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Elfie Haupt

Beitrag des Monats

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- Vorgärten ade, Steinwüsten und Kiesgärten olé!! ?? -

Als Tochter eines Gärtners wurde mir die Liebe zur Natur, zu Blumen und Pflanzen schon mit in die Wiege gelegt, darum berührt mich dieses Thema mit aufrichtiger Sorge und ich frage mich oft, was wohl die großen Gartenkünstler Peter-Josef Lenné, Fürst Hermann Pückler von Muskau und Karl Förster zu einer solchen Entwicklung gesagt hätten...


Es kann und darf doch nicht in unserem Interesse sein, blühende Vorgärten, die Vögeln, Bienen und vielen anderen Insekten und Kleinstlebewesen ihr Überleben sichern, einem Ordnungs- und Sauberkeitswahn zu opfern!  Aus eigener Erfahrung darf ich behaupten, dass der Garten eine unvergleichliche Schule für das Leben unserer Kinder ist, was ich zum Glück auch noch in meinem Lebensumfeld auf dem Dorf bestätigt sehe. Doch leider halten auch in unseren Dörfern bereits erste Steinwüsten Einzug und Nachahmer finden sich schnell! Mir tun die armen Koniferen und Buchsbäume leid, die als "Farbtupfer" zwischen die Steine gepfercht werden und von vornherein keine Chance auf ein gesundes Gedeihen bekommen. Die inzwischen mehrfach vor den Häusern zu betrachtenden vertrockneten gelben "Gerüste" dieser "Chancenlosen" lassen mein Gärtnerherz bluten. Habe ich doch gelernt, dass gerade Koniferen viel Wasser nötig haben und man sie nach dem Anpflanzen stets feucht halten muss, damit sie "Fuß fassen" und gut anwachsen können.


Wir brauchen artenreiche Lebensräume, nur so gelingt es, dass Mensch und Natur im Einklang leben können. Im Garten kann man die Seele baumeln lassen und sich an der Vielfalt von Düften und Farben erfreuen. Sollen Kinder nicht mehr erleben und lernen können, wie sich die Bienen und Hummeln am Lavendel laben und Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Weißling und Schwalbenschwanz von Blüte zu Blüte flattern, deren Nektar sie ernährt?


Die Auswirkungen der Steinwüsten kennen wir noch nicht, aber sie kommen in Riesenschritten auf uns zu, wenn Supermärkte und sogar Gärtnereien diesem Trend weiterhin folgen und wohl auch nicht schlecht damit verdienen!  Häufig wird damit argumentiert, dass ein moderner Steingarten Arbeit einsparen würde! Meine Antwort auf ein solches Argument ist stets gleich:

Meine Oma zog fünf Kinder groß, nebenbei ging sie beim Bauern im Tagelohn arbeiten, hatte zu Hause neben dem großen Haushalt Ziegen, Schweine, Gänse und Hühner zu versorgen und selbstverständlich gab es für die große Familie auch jeden Tag ein gutes Essen.

Eine Waschmaschine hatte meine Oma nicht, die Wäsche wurde im großen Kessel in der Waschküche gewaschen.

Trotzdem hatte sie noch immer Zeit übrig für ihren geliebten Vorgarten, der das ganze Gartenjahr hindurch in großer Pracht und Vielfalt blühte!

Noch ist es für ein Umdenken nicht zu spät…


© Elfie Haupt


"Denn sie wissen nicht, was sie tun..."